Videoarbeit Manipulation 1 + 2

In meiner Arbeit Manipulation 1 + 2 ging es mir darum, unterschiedliche Aspekte im Bereich Gender zu thematisieren. Zum Einen, befasste ich mich stark mit den Begriffen von „Fetisch“ und „Fetischisierung“ und zum Anderen, mit dem Schreiben und Überschreiben von Handlungsmacht und deren Wirksamkeit.

Aus einer queer-feministischen Haltung heraus, beleuchtete ich den Satz von Simone de Beauvoir „Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.“ und führte diesen Ansatz weiter mit dem Interesse am Dialog zwischen Fremdbestimmung und der Handlungsmacht des Subjektes. Dabei stand nicht mehr in erster Linie die Person und deren Geschlecht als Subjekt im Vordergrund, sondern die Zuschreibungen von Handlungen, den Umgang und das Potenzial von dessen Verschiebungen.

Der Inhalt der Videoarbeit soll anhand der Frage nach der Funktion von Handlungen den komplexen Anspruch des queer-theoretischen Ansatzes der Dekonstruktion befragen und gleichzeitig sich kritisch mit dem Umgang der Reproduktion auseinander setzen.

Um einen Umgang in meiner künstlerischen Arbeit mit der Komplexität des Themas zu finden, habe ich versucht, durch präzise Entscheidungen bezüglich Reduktion und durch bewusste Setzungen von codierten Handlungen der betrachtenden Person einen Assoziationsspielraum zu ermöglichen.

Ebenfalls inspirierend für die Videoarbeit „Manipulation 1+2“ waren die von Hannah Cullwick ((1833–1909) viktorianische Hausangestellte) in der Beziehung zu Arthur Munby (Fotograf) entstandenen Fotografien. Neben dem, dass sie in den Fotografien unterschiedliche Rollen einnahm (Bauernmädchen, Schornsteinfeger mit Blackface, gut gekleidete Dame, als Mann, als Sklavin ect) war vor allem der Stolz eine berufstätige Frau zu sein, immer wieder ein zentrales Element. Dazu werden unter Anderem auf ihre muskulösen Arme und ihre rauen Arbeitshände aufmerksam gemacht. Dazu kommt das Abbilden und Inszenieren von Fetischen, welche sie und Munby gelebt haben.